Viele kennt man vom Sehen, doch was sie genau tun, bleibt oft im Verborgenen. In unserer Reihe „Hidden Heroes“ werfen wir einen Blick hinter die Kulissen lokaler Unternehmen und Persönlichkeiten. Diesmal sprechen wir mit einem echten Familienunternehmer, dessen Wurzeln bis ins 19. Jahrhundert zurückreichen – und dessen Anspruch bis heute klar ist: Qualität, die bleibt. Ein Gespräch über Tradition, Verantwortung und warum guter Service mehr ist als nur ein Versprechen.
Andreas Lüdke (AL), für Seukendorf Aktuell: Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben. Herr Friedrich, als Seukendorfer sind Sie vielen Seukendorfern vielleicht vom Gesicht her bekannt, aber was Sie beruflich genau machen, wissen wohl die wenigsten, geschweige denn, dass Sie mit Ihrer Firma Friedrich Living einen „Hidden Hero“ in Ihrer Mitte haben.
Seit wann gibt es die Firma jetzt? Sie ist ja, ich glaube mich zu erinnern, aus der Familie entstanden und aus dem Waschtrog irgendwie hervorgegangen.
Ralf Friedrich (RF): Also der Familienbetrieb ist schon sehr, sehr viel älter. Also die Firma Waschtrog Friedrich beziehungsweise die Büttnerei Friedrich gibt es seit 1844. Das Geschäft Waschtrog Friedrich wurde kurz nach dem Krieg von meinem Großvater eröffnet und war in Nürnberg in der Nonnengasse beheimatet. Das blieb dann der Standort des Familienunternehmen – bis zum Umzug 2013 nach Großgründlich.
Meine Frau, eigentlich Lebensgefährtin, hat die neue Firma „FRIEDRICH Living“ zusammen mit mir aufgebaut. Sie war von Anfang an ein unverzichtbarer Teil, und – wie soll ich sagen – Sie prägt das Bild, dass unsere Kunden sehen. Die Zusammenstellung der Ausstellung, alles was wir dort zeigen, ist allein Ihre Entscheidung. Eigentlich ist Sie damit viel mehr eigentliche Gesicht bei uns. Ohne Sie würde die Firma nicht weiterbestehen können. Ich möchte das betonen, weil leider die meisten immer noch nur meine Person mit der Firma verbinden – bloß weil mein Name darin vorkommt.
AL: Und Ihre Ausstellung mehr als sehenswert. Liebe Leser, schauen Sie unbedingt mal vorbei. Wer es virtuell gleich mal versuchen möchte, ein Klick genügt.
AL: Ihr Hauptgeschäft sind aber hochwertige Gartenmöbel und Einrichtungselemente, bei deren Auswahl Sie eine sehr interessante Philosophie verfolgen.
RF: Kurze Anmerkung, wir machen seit 2 Jahren zu 100% nur noch Outdoor, nur noch Gartenmöbel und Sonnenschirme.
AL: Sie stehen bei Ihrer Produktauswahl für höchsten Anspruch an Form, Funktion und Qualität der Materialien. Dieser Anspruch hat seinen Preis, rechtfertigt diesen aber durch Langlebigkeit und eine Zeitlosigkeit des Designs. Mir ist dabei der Satz „Wer billig kauft, kauft zweimal“ im Gedächtnis geblieben.
RF: Ja, das stimmt, aber der Satz ist nicht meine Philosophie, der Satz ist ja bekannt. Ich habe ihn von meinem Vater. Der tiefere Sinn hat mich aber wirklich nachhaltig beeinflusst, denn gute Qualität mit hoher Lebenserwartung ist letztlich teuer und billiger zugleich. Klingt paradox, aber die Investition amortisiert sich über die Zeit.
AL: Und die Zeit ist auch Bestandteil ihrer Philosophie. Sie versprechen lange Zufriedenheit. Dementsprechend sind Ihre Ansprüche an Marken, oder Lieferanten, sehr hoch. Gibt es da irgendwelche besonderen Merkmale oder Aspekte, auf die Sie hierbei besonderen Wert legen?
RF: Das lässt sich leider so schnell nicht sagen, aber neben der Qualität der Materialien oder dem Design, ist mir der Support extrem wichtig. Also, viele Marken und die Zusammenarbeit mit deren Lieferanten sind bei uns über Jahre gewachsene Strukturen. Wir haben hier die Erfahrung gemacht, dass uns der Hersteller auch langfristig den notwendigen Support anbieten kann und auch Feedback von uns angenommen wird.
Ich möchte meinen Kunden nicht sagen müssen, dass sie z.B. bei einem Sonnenschirm nach 2 Jahren Gewährleistung dann leider „Pech gehabt“ haben und sie für jede Reparatur, wenn sie denn überhaupt noch möglich ist, nun zahlen müssen. So etwas geht eigentlich gar nicht und solche Hersteller haben wir „eigentlich“ auch nicht im Programm.
Also diesen Rückhalt brauche ich und deswegen tun wir uns auch relativ schwer mit neuen Marken. Wir testen Neues dann die ersten 1 bis 2 Jahre ganz genau, und sehen, ob sich meine Service-Idee meinem Kunden gegenüber mit dem Verhalten der Marke mir gegenüber deckt. Letztlich brauche ich verlässliche Partner, denn gerade weil man selbst zu einem Kunden hinfährt und sich dann um irgendeine Beanstandung kümmert – dafür stehe ich ja –, will man auch die Verstärkung im Rücken haben. Wenn das aber nicht funktioniert, dann verabschieden wir uns da auch zügig wieder, deshalb sagte ich vorhin „eigentlich“.
AL: Wenn ich Ihnen zuhöre, spüre ich genau den Spirit, der Sie von anderen Anbietern unterscheidet. Es ist Ihre Art, dem Kunden das sichere Gefühl zu geben, eine gute Entscheidung beim Kauf getroffen zu haben – und dann auch wirklich dafür einzustehen. Das Rundum-Sorglos-Versprechen ist bei Friedrich Living nicht nur ein Werbeslogan.
RF: Danke schön. Also ich glaube, diesen Anspruch haben wir eigentlich alle, so sollte es zumindest sein. Denken wir mal an Autos: Wenn ich mir etwas Ordentliches leiste, dann erwarte ich eine entsprechende Qualität.
Wenn die Qualität jetzt nicht so eingehalten wird, wie es versprochen und damit erwartet wird, kann passieren, dann ist es natürlich für den Kunden am allerbesten, wenn derjenige, der es vermittelt hat, sich auch drum kümmert. Notfalls auch vor Ort.
Das ist unser, wie haben sie gesagt, „Mission Statement“, unser Versprechen. Und deswegen sind wir auch nur regional engagiert, und rund um unseren Stützpunkt hier in Großgründlach unterwegs.
AL: Wie regional ist das genau?
RF: Am Ende des Tages muss nicht nur der Kunde zufrieden sein, wir wollen auch davon leben können. Daher sind unsere Kunden max. 80 km von uns entfernt. Weiter weg könnte ich den Service einfach nicht wirtschaftlich sinnvoll anbieten und voll dahinterstehen
AL: Ein weiterer Punkt, der unbedingt angeführt werden muss, ist die Zeit, die Sie jedem Kunden widmen. Nicht alltägliche Anschaffungen machen bei Ihnen wirklich Spaß. Ich denke hierbei an unseren Strandkorb. Sie haben uns damals perfekt begleitet. Nordsee- oder Ostsee-Form, Material, Stoffe und so weiter. Ich kann mich noch gut erinnern, wie unsicher ich war und wie Sie mir jedes Detail erklärt haben. Unser Strandkorb ist jetzt 10 Jahre alt, und sieht noch aus wie am ersten Tag, bis auf ein paar kleine Gebrauchsspuren, aber die werden durch Pflege der Hölzer mit Öl wieder schön gemacht.
RF: Nochmal danke. Freut mich sehr. Sie sehen: Es kommt auch immer darauf an, wie ich mit meinen Dingen umgehe. Das ist aber eine generelle Einstellung, egal ob Kleidung, Auto oder Einrichtungsgegenstände. Wie ich mit meinen Dingen umgehe, so lange werden sie mir halten bleiben. Qualität dankt einem die Pflege!
Bleiben wir bei Ihrem Beispiel. Es wird auch Strandkörbe geben, die sind 30 Jahre alt und denen sieht man die Jahre dann nicht an, weil sie halt gehegt und gepflegt werden. Dagegen gibt es jetzt welche, die sind vielleicht zwischen 5 und 8 Jahren alt und stehen immer unabgedeckt und ungeliebt draußen. Die sehen halt entsprechend aus, trotz anfänglich gleicher Qualität. So was zu sehen tut mir fast körperlich weh.
AL: Und auch hier helfen Sie Ihren Kunden und beraten mit jeder Art von Pflege-Tipps und -Tricks, ohne müde zu werden.
RF: Tatsächlich brauchen wir jetzt bei den Eigenschaften unserer Möbel kaum noch „Mittelchen“. Der Aufwand für die Reinigung hat sich wirklich auf ein Minimum reduziert. Die hauptsächlichen Materialien, die wir jetzt haben, sind Stahl, also meist Edelstahl, das ist pulverbeschichteter Edelstahl, und Aluminium, mit oder ohne Pulverbeschichtung. Keramikplatten bilden heute die Mehrheit der Tischplatten, Holz gibt es auch noch, aber dann ist es nur noch Teakholz.
Teakholz ist tatsächlich jetzt das Einzige, für das man dann immer mal wieder Reinigungstipps gibt. Wie mache ich das Holz sauber, wenn es länger draußen war, wie und womit öle und pflege ich das Holz und so weiter.
Aber sonst, wenn Sie heute einen Gartentisch aus Keramik und Edelstahl haben, gibt es nichts zu tun, außer ihn mal feucht abzuwischen. Vielleicht mal mit einem Edelstahlreiniger, wenn sich Flugrost gebildet hat, der jetzt nichts mit dem Stahl an und für sich zu tun hat.
Aber ja, nach den vielen Jahren kennen wir so ziemlich alles, was die Branche hinsichtlich Pflegemitteln und Tipps für die Materialien unserer Hersteller hergibt.
AL: Sie schmunzeln dabei?
RF: Es gibt halt keine Wundermittel, auch wenn man uns das gerne glauben macht. Vernachlässigung lässt sich nicht eben mal so wegzaubern, kaputt ist und bleibt dann kaputt. Einfache und nachhaltige Pflege, und jeder wird an seinen Gartenmöbeln von uns lange Spaß haben.
AL: Vielen Dank für das Gespräch.
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